Letztens beim Nachrichtenhören habe ich mich sehr gewundert. Ein großes europäisches Land behauptet von sich selbst eine Friedensmacht zu sein. Zunächst glaubte ich mich verhört zu haben. Wie geht das zusammen? Frieden und Macht?

Irgendwie schien es mir musste hier ein Irrtum, zumindest sprachlicher, wenn nicht auch weltanschauungs- und haltungsbezogener Art vorliegen. Da mich als überzeugter Pazifist dieser Ausdruck mehr als es mir selbst lieb war beschäftigte hat begann ich ein wenig zu recherchieren.

Hans Georg Erhart – Institutsleiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg – publizierte u.a. 2011, dass der Begriff „Friedensmacht“ ebenso politisches Schlagwort wie friedenswissenschaftliches Konzept sei.Der Begriff wird also einerseits sozial- und verhaltenswissenschaftlich verwendet, andererseits lt. Erhart als politisches Kalkül hauptsächlich von alternativen, grünen und tendentiell links stehenden Parteien. Wenig verwunderlich ist, dass die Politik ihre genaue Definition des Begriffs Friedensmacht schuldig bleibt.

Friedenswissenschaft – interessant, finde ich, aber Friedensmacht?

In einem Aufsatz von Stefan Grigat beschreibt dieser den Begriff Friedensmacht als Versuch der Identitässuche der EU. „Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 findet in Kernländern der Europäischen Union verstärkt eine Abgrenzung gegenüber den USA statt. Europa versucht sich die Identität einer Friedensmacht zu geben, entwirft ein Bild von den USA als Anti-Europa und kaschiert so in klassisch ideologischer Manier das eigene Bestreben nach Herrschaft, Ausbeutung und Einflußnahme.“, so Grigat.

Dachte ich´s mir doch… darum geht es also. Mir persönlich scheint zwar das Wort Ausbeutung ein wenig übertrieben, aber um Herrschaft, Einflussnahme und somit Macht geht es. Wie kann das zusammengehen mit Frieden? Rechtfertigt der Zweck (Kriegsvermeidung) hier die Mittel? Und braucht eine antroposophische Lebenseinstellung wirklich Macht? Ist sie nicht aus sich selbst heraus kraftvoll, begeisternd, heilend und friedensstiftend?

Wikipedia sagt: „Frieden ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg.“

Macht an sich ist weder gut noch schlecht. Wie bei allen sprachlichen Benennungen bzw. in aller menschlicher Wahrnehmung selbst liegt es wohl an der individuellen subjektiven Interpretation und Bewertung, ob etwas „gut“ oder „schlecht“ oder wieauchimmer zu deuten sei. Natürlich finde ich es richtig, dass wir Anstrengungen unternehmen um Frieden auf der Welt zu erreichen und zu sichern. Mir ist auch klar, dass es dazu Einflussgrößen braucht, v.a. um politisch etwas erreichen zu können.

Wie steht es nun aber um die auch in der Friedensdefinition beschriebenen heilsamen Zustände, Stille oder Rude und Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung? Je mehr Europa postuliert „Friedensmacht“ zu sein desto mehr Abwesenheit von diesen Begriffen lassen sich zumindest subjektiv feststellen. Da sollte eine Friedensmacht sich darum kümmern, finde ich. Das wär doch was! Macht im Sinne von „machen“, also etwas unternehmen, anstatt nur Einfluss auf andere aus politisch/wirtschaftlichen Zwecken nehmen zu wollen. Also ich bin dafür!

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