Einsatz im Beratungskontext z.B. in Changeprozessen (Teil 1).

Immer wieder geraten Berater_innen, Trainer_innen und Coaches in Gesprächssituationen, in denen scheinbar nichts mehr geht. Gerade in Change-Prozessen sind diese Phasen immer wieder zu bewältigen. Dann ist Humor häufig ein probates Mittel, um die Spannung zu lösen und das Gespräch in neue Bahnen zu lenken. Unter folgender Voraussetzung: Sie schätzen die Situation richtig ein, und sie haben gelernt, Humor gezielt einzusetzen.

„Lachen ist gesund.“ Dass dieser Sinnspruch einen wahren Kern enthält, das haben zahlreiche wissenschaftliche Studien bewiesen. So soll Lachen Schmerzen lindern, das Immunsystem stärken und Heilungsprozesse beschleunigen. Das haben auch viele Mediziner erkannt, weshalb Humor-Kurse für Ärzte und Krankenhaus-Clowns auf Kinderstationen keine Seltenheit mehr sind.

Doch Humor heilt nicht nur, er wirkt auch entkrampfend – zum Beispiel in Beratungsgesprächen und Trainingssituationen, in denen scheinbar alles festgefahren scheint. Zum Beispiel, wenn eine Gruppe sich mit einer Herausforderung im Change-Prozess völlig überfordert fühlt. Oder weil eine Führungskraft in einem Stimmungstief steckt. Oder wenn ein Mitarbeiter nur noch schwarzsieht. Denn Humor schafft eine emotionale Distanz zu Problemen und lässt sie in einem anderen, meist helleren Licht erscheinen. Er löst Erheiterung und somit die Zuversicht aus, die zum Bewältigen von Problemen meist nötig ist. Ein Scherz an der richtigen Stelle kann zudem einen Konflikt entschärfen und neue Perspektiven in schwierigen Lebenslagen eröffnen.

Doch Vorsicht! Falsch eingesetzt wirkt Humor destruktiv! Steht zum Beispiel die Beziehung zu einem Kunden auf wackeligen Füßen, wird ein gut gemeinter Scherz schnell als Schadenfreude interpretiert. Ähnlich ist es, wenn eine Person in dunklen Gedanken gefangen ist. Dann wird eine humorvoll gemeinte Aussage schnell als Ausdruck mangelnder Empathie empfunden. Doch wenn die Voraussetzungen stimmen? Dann ist Humor als „Spannungslöser“ sehr wirkungsvoll.

Folgende Punkte gilt es beim Einsatz von Humor im Business zu beachten:

Individualität: Humor ist einerseits sehr individuell vom Charakter und  auch von der momentanen Befindlichkeit abhängig. Dies gilt es beim Einsatz zu bedenken. Wie deftig der Humor ausfallen darf, muss jede_r für sich entscheiden. Hier verhält es sich wie mit dem Essen: Wer mildes Essen bevorzugt, wird ein scharf gewürztes Gericht nicht besonders finden, andere hingegen genießen genau dieses Essen und finden es besonders schmackhaft.

Hierarchie hat einen Einfluss: Andererseits ist das Thema Hierarchie in dieser Diskussion nicht unwesentlich. Unter Kolleg_innen kann eine humorvolle Aussage erfrischend wirken. Wenn dieselbe Aussage von einer Führungskraft an eine_n Mitarbeiter_in gerichtet wird, bekommt sie einen anderen Charakter.

Interkulturelle Aspekte: Der interkulturellen Aspekt darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Jede Kultur hat ein etwas anderes Humorverständnis.

Meinung der Gesellschaft zum Thema: Eine gesellschaftliche Diskussion zum Thema „Darf Arbeit auch Freude machen?!“  würde dem Humor im Business sehr zuträglich sein. Solange wir am Montag zu jammern beginnen, weil wieder eine Arbeitswoche angebrochen ist, solange wird eine Diskussion über Humor im Business vielerorts auf Unverständnis stoßen.

Im nächsten Artikel zum Thema Humor (Teil 2) stelle ich Ihnen einige Methoden vor, wie Sie als Trainer_in, Berater_in oder Coach mit ihm schwierige (Gesprächs-)Situationen meistern.

Zur Autorin: Sabine Prohaska ist Inhaberin des Trainings- und Beratungsunternehmen seminar consult prohaska, Wien, das unter anderem Trainer und Coaches ausbildet (www.seminarconsult.at).

Sabine Prohaska

Hier geht´s zu Teil 2 des Beitrags

 

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