Warum Scheitern und Fehler für die Teamkultur wichtig sind

Viele Führungskräfte fragen mich, wie Sie mit Fehlern am besten umgehen sollten – mit den eigenen und mit denen ihrer Mitarbeiter_innen. in diesem Beitrag möchte ich eine Lanze brechen für eine Teamkultur, in der Fehler und Scheitern “willkommen” sind.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch – natürlich bin ich wie Sie der Meinung, dass Fehler und Scheitern unangenehme Erfahrungen sind, die wir möglichst vermeiden wollen – zumindest was die Auswirkungen davon betrifft.

Doch das Scheitern, das Fehler-Machen selbst, bieten die größten Entwicklungsmöglichkeiten und Lernchancen – vorausgesetzt, ein produktiver Umgang mit Fehlern ist Teil Ihrer Teamkultur.

Dieses Video zeigt einen kurzen Ausschnitt aus meinem letzten Webinar, in dem ich zu dieses wichtige Thema aufgreife und Lösungsansätze dafür aufzeige, wie Sie als Führungskraft den produktiven Umgang mit Scheitern und Fehlern am besten in Ihrer Teamkultur verankern.

 

 

Mein Buchtipp dazu: Das Unerwartete managen (Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen) von Karl E. Weick (Autor), Kathleen M. Sutcliffe  (Autor)

 

 

Mehr Information zu den im Video angesprochenen Vorträgen finden Sie hierhttp://www.leadership-days.de/paket/

Das Video ist ein Auszug aus dem monatlichen Online Coaching für Teilnehmende meiner Online Leadership Trainings. Mehr Informationen dazu finden Sie hierhttp://www.beraterkreis.at/leadership-basics-40-insights/

 

Teamkultur bearbeiten – aber wie?

 

Dazu habe ich schon einige Beiträge geschrieben – z.B. diesen inklusive einer Case Study zum Thema Cultural Change

Die Teamkultur (oder Organisationskultur) gezielt zu beeinflussen oder zu verändern ist eine schwierige Aufgabe, das haben Sie als Führungskraft bestimmt selbst schon erkannt.

Fragen, die dabei als erstes auftauchen, sind:

  • Woran macht man Teamkultur fest?
  • Wie kann eine Veränderung statt finden?
  • Was kann die Führungskraft dazu tun?

Menschen tun eben nicht gern das, was andere ihnen schon “vorgekaut” haben oder als tolle Lösung “am Silbertablett” präsentieren.

 

2 Voraussetzungen für erfolgreiche Veränderung

 

Die Chancen auf erfolgreiche Veränderung (nicht nur der Teamkultur) steigen stark an, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Ihr Team – also die Mitarbeiter_innen erkennen selbst, dass es wie bisher nicht weitergeht und eine Veränderung notwendig und sinnvoll ist. Dazu braucht es leider meistens Schmerz, z.B: in Form von Beschwerden, Umsatzrückgängen, hohe Fluktuation… Als Führungskraft können Sie also dafür Sorgen, dass diese Erkenntnis stattfindet.
  2. Ihr Team ist in die Gestaltung des neuen Weges mit eingebunden – darf, kann und soll mitreden, gestalten, ausprobieren, verändern… und ja – es darf dabei auch Fehler machen und Scheitern.

 

Nach dem Scheitern ist vor dem Scheitern

 

Die Art und Weise des Umgangs mit Fehlern und Scheitern ist also entscheidend. Meist erlebe ich in meinen Beratungen einen Archetyp an Teamkultur, den ich gern Vertuschungskultur nennen möchte. Möglichst nicht darüber sprechen, die Schuld auf andere (und auf das System, die Organisation) schieben, sofort relativieren…

Philip Keil – Pilot und Managementtrainer – hat es in seinem großartigen Vortrag bei den Leadership Days klar dargestellt (unter anderem am Beispiel der heroischen Notlandung im Hudson River von Pilot “Sully” Sullenberger), wie in der Luftfahrt mit Fehlern umgegangen wird.

Auch wenn ab und an tragische Unfälle passieren – so gilt die zivile Luftfahrt nach wie vor als sicherste Möglichkeit von A nach B zu kommen. Warum?

Weil es in der Luftfahrt ein “No-Go” ist, nicht über Fehler zu sprechen. Die Airlines sind da rigoros. Wer nicht über seine Fehler spricht – muss den Hut nehmen. Ende der Durchsage!

Stellen Sie sich vor, Sie würden in Ihrem Team jene Mitarbeiter_innen sanktionieren, die Fehler vertuschen. Oder mit Informationen hinter dem Berg halten. Oder über andere lästern, um sich selbst in einem besseren Licht darzustellen…

Erst wenn die gesamte Mannschaft das (durch Erleben) verstanden hat, kann eine “Fehler – Willkommen” -skultur entstehen. Aber nicht, um Schuldige zu suchen und zu bestrafen, sondern um aus Fehlern zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden.

Leadership Days
 

Hier finden Sie alle Vorträge der Leadership Days: http://www.leadership-days.de/paket/

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