Im heutigen Beitrag möchte ich aus aktuellem Anlass ein wenig aus dem eigenen Nähkästchen als Führungskräftecoach und Leadershiptrainer erzählen. Ich habe mich auf Online Trainings für Teamleiter_innen spezialisiert und dazu auch meine Präsenz in Social Media entsprechend gestaltet. In den letzten Wochen habe ich viel Response erhalten, überwiegend positiv – aber zum Teil auch sehr kritisch. Antworten auf komplexe Führungsfragen könne man doch nicht pauschal beantworten, so der Ton meiner Kritiker_innen. Darauf möchte ich in diesem Beitrag näher eingehen.

 

Wie alles begann

 

Wenn man in meinem Arbeitsbereich als Coach und Führungskräftetrainer im Internet und auf Social Media die „richtigen Kund_innen“ auf sich aufmerksam machen möchte, sind zunächst viele Hausaufgaben zu erledigen. Damit habe ich über ein Jahr verbracht, bevor ich damit gestartet habe und „nach außen“ gekommen bin.

Ich habe mich entschieden, einen etwas „markigen“ Spruch bei den Überschriften und zu wählen. Vielleicht liegt das daran, dass ich (wertschätzende) Provokation auch gern im Coaching einsetze. Die Fotos, die ich verwende, sind zum Teil auch etwas „schrill“.

Prompt ein „Klopfer auf die Finger“ per Kommentar zu meinem aktuell am meisten besuchten Blogbeitrag (ironischer Weise stammend von einer Journalistin):

Führungsfragen

 

Bei Standardinfos gibts nur Schweigen

 

Warum mache ich das?

Ganz einfach – weil es so am besten funktioniert, im Mainstream von tausenden Informationen aufzufallen und ins Auge zu stechen. Und weil meine Inhalte von Herzen kommen und ich es als meine Pflicht sehe, meine Produkte, die meinen Kund_innen in Ihren Führungsfragen wirklich weiterhelfen, unter so vielen Menschen wie möglich bekannt zu  machen.

Besuchen Sie doch einmal klassische Webseiten von Beratungsunternehmen. Was fällt Ihnen auf?

Die meisten sprechen nur von sich selbst, Ihren Methoden und bedienen Sinnsprüche, die mit den Problemen und Sehnsüchten Ihrer Zielgruppe (jenen Führungskräften, die Herausforderungen zu meistern und die Last der Verantwortung auf sich nehmen) nichts oder nur sehr wenig zu tun haben. Stimmt´s?

Aber ich möchte hier nicht über Marketingstrategien sprechen – nur soviel: Ich habe mich dazu entschieden, die Probleme meiner Kund_innen sehr offen und direkt anzusprechen, z.B. auf Facebook.

 

Ein Beispiel

 

Aus der Arbeit mit ca. 150 Führungskräften pro Jahr weiß ich recht gut, wo der Schuh drückt.

Sehr oft geht es die Themenbereiche Kommunikation, Motivation und Selbstführung. Führungsfragen wie z.B: „Wie komme mit meinem Team von Zustand X zu Y?“ oder „Wie motiviere ich meine Mitarbeiter_innen?“ stehen dabei an erster Stelle.

Dazu gebe ich aktuell ein Online Seminar, das ich mit diesem Post auf Facebook bewerbe:

 

Führungsfragen

 

Es melden sich viele Führungskräfte dafür an und holen sich kostenfrei Praxistipps für ihre Teamführung. Aber gerade die direkte Ansprache zieht auch Stilblüten der Kritik nach sich, die ich bis dato noch nicht kannte. Die meisten Kritiker_innen äußern sich mit sachlichem, kühlen „Das geht doch nicht“-Stil wie z.B. diese beiden:

 

 

Sind einfache Antworten auf Führungsfragen gefährlich?

 

Meine Kritiker_innen haben recht, wenn sie meinen, dass Schulmeistern und Rezeptsuche wenig bringen. Dennoch erlebe ich es sehr oft in meiner Praxis, dass grundlegende Dinge in der Führung einfach nicht gemacht oder bedacht werden – und da hilft manchmal eine etwas „einfachere“ Sprache, um darauf hinzuweisen.

Unternehmen, die eine (Führungs-)Kultur von Machtmissbrauch und Unselbstständigkeit pflegen oder begünstigen, tun mir auch nicht leid.

 

Ein Unternehmen ist aber keine physische Person – sondern die Menschen, die darin arbeiten

 

Fritz Simon, renommierter Leadership-Berater und Inhaber des Lehrstuhls für Führung und Organisation an der Universität Witten/Heidecke beschreibt diesen Fakt in seinem Buch „Gemeinsam sind wir blöd“ sehr eindrücklich.

 

 

Die Mitarbeiter_innen können sehr oft nichts dafür, von „schlechten“ Chef_innen geführt zu werden. Manche mögen von einer wenig wertschätzenden Kultur im Unternehmen profitieren, aber die meisten „leiden“.

Kann man es pauschal allen zum Vorwurf machen, den „einfacheren“ Weg zu gehen, in dem sie die Verantwortung für ihr aktuelles Arbeitsumfeld auf andere schieben?

Auch ich unterliege manchmal diesem ersten Impuls. Wenn man sich aber danach die Mühe macht, die Menschen näher kennen zu lernen, kommt man drauf, das das viel zu einfach gesagt ist und oft nicht stimmt.

Leider gibt es auch viele „junge“ Führungskräfte (ich war auch mal so eine mit 25J), die keine Führungsausbildung haben. Gerade die sind oft in wenig wertschätzenden Unternehmenskulturen zu vorzufinden und auf diese Aspekte ihrer Unternehmenskultur nicht vorbereitet.

Oft fehlen „frisch gebackenen“ Führungskräften die wichtigsten Leadership Basics und sie sind überfordert.

Jedenfalls finde ich, dass es die Aufgabe von Berater_innen und Trainer_innen ist, ihnen zu helfen (und dadurch ihren Mitarbeiter_innen erst recht).

 

Gibt es einfache Antworten auf Führungsfragen?

 

Meine Antwort: JEIN

Viele Führungskräfte machen die einfachsten Dinge nicht oder falsch. Das tun sie aber nicht, weil sie „dumm“ oder „gemein“ sind, sondern weil sie

  1. es einfach nicht besser wissen („junge“ Führungskräfte
  2. nicht bereit sind, über sich selbst nachzudenken („alte Hasen“)
  3. zu viel Druck und Stress haben

Was heißt das? Ich antworte eben mit Ja und Nein.

JA, weil Menschen schon seit jeher Konzepte suchen und brauchen, um Komplexität angemessen zu reduzieren (Sehen Sie, das war jetzt Beratersprache). In anderen Worten: Vereinfachungen machen uns rascher und schneller handlungsfähig.

Dazu gehören für mich alle Management- und Gesprächstechniken, die Führungskräfte für ihre Teamführung brauchen.

NEIN, weil jede einzelne Situation einzigartig ist und individuell beleuchtet werden muss. Es ist ja auch jeder Mensch einzigartig. Sowohl die Führungskraft als auch deren Mitarbeiter_innen. Natürlich muss Coaching und Training von Führungskräften Individualtität zulassen, vorhandene Ressourcen stärken und einen maßgeschneiderten Lösungsweg ermöglichen.

Aber das versteht sich doch von selbst, oder? Egal, welchen Marketingspruch man nach außen klopft.

 

Eine Einladung an meine Kritiker_innen

 

Zunächst mal heiße jegliche Kritik herzlich willkommen. Aber ich würde mir etwas wünschen. Statt nur zu kritisieren nach dem Motto: „Das geht doch nicht!“ wäre es doch viel sinnvoller zu sagen, was „geht“, die eigene Meinung zu begünden und konkrete Tipps und Hinweise in die aus subjektiver Sicht „richtige Richtung“ zu geben.

Zum Beispiel gleich jetzt als Kommentar oder über die Social Media Share Buttons auf dieser Seite. Danke dafür im Voraus!

 

Etwas Skurriles zum Schluss

 

Kaum war das untenstehende Video von mir online, erhielt ich folgenden Kommentar: „Gusch – Du Kanake!“ Aber darüber kann ich mittlerweile Gott sei dank lachen.

 


 

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