Vielfalt bringt´s… wer sagt das?

Willkommen bei unserem Herbstschwerpunkt Diversity!

Die nächsten Wochen beschäftigten wir uns an dieser Stelle mit dem Thema Vielfalt und richten unseren Blick darauf, was mit Diversity Management gemeint ist und welche Herausforderungen sich Teams und Organisationen bei genauerer Auseinandersetzung mit dem Thema in der Praxis stellen.

Diversity Management ist zwar kein „neues Rezept“, aber vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa (Stichwort Flüchtlingskrise in Europa) ein brandaktuelles Thema.

Doch warum sollten sich neben jeder zivilisierten Gesellschaft auch Unternehmen mit dem Thema Vielfalt auseinandersetzen (viele tun das ja bereits seit über einer Dekade)?

Die Antwort ist relativ simpel:

Erstens: Weil Unternehmen aus Menschen bestehen, die alle aufgrund ihrer Individualität (und der damit zwangsläuft verbundenen Unterschiedlichkeit) einzigartig sind und daher auch individuell denken und handeln.

Zweitens: Weil kein Unternehmen für sich allein steht, sondern immer in Interaktion und somit bis zu einem gewissen Grad auch Abhängigkeit mit Ihrer Umwelt (Kund_innen, Mitbewerber_innen, Trends… ) stehen.

Die zentralen Fragen, die für Unternehmen aus unserer Sicht relevant sind, lauten daher:

  • Wie sollen wir mit Vielfalt umgehen (nach „innen“ und nach „außen“)?
  • Wie können wir die vorhandene Vielfalt bestmöglich nutzen?

Die 6 „inneren“ Kerndimensionen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Sexuelle Orientierung
  • Physische Fähigkeiten
  • Ethnie
  • Religiöse Zugehörigkeit

sollen an dieser Stelle in den nächsten Wochen in jeweils einem Beitrag erörtert werden. (siehe auch http://www.charta-der-vielfalt.de/diversity/diversity-dimensionen.html).

In unserer Praxis stellen wir dabei immer wieder fest, dass wir bei diesem Thema sehr rasch an persönliche (Toleranz-)Grenzen stoßen. Immer wieder geht es auch um Vorurteile und unreflektierte Ängste. Diese zuzugeben und zu bearbeiten gestaltet sich sehr oft als schwierig.

Mehr als Zahlen, Daten, Fakten und Worte (=Ratio) hilft uns bei der Auseinandersetzung mit emotionalen Themen der Umweg über Analogien – in diesem Fall über Bilder. Und so freuen wir uns über einen Gastbeitrag von Fr. Barbara Roth, mit der wir gemeinsam bereits einige Projekte erfolgreich bearbeiten konnten und danken ihr auch für die Illustrationen unseres Diversityschwerpunktes.

Daher übergebe ich gleich direkt an Barbara:

Unternehmenskommunikation – die Lizenz zum Langweilen?

Vor einiger Zeit nahm ich an einem Geschäftstermin bei einem renommierten Unternehmen teil. Um den Konferenztisch herum dominierten dunkle Anzüge und gestreifte Krawatten. Anwesend war unter anderem auch der CFO des Hauses. Erwartungsgemäß wurden eine Stunde lang Excel-Tabellen und Power Point Präsentationen mittels Beamer auf eine Leinwand geworfen. An die Inhalte kann ich mich zwar nicht mehr erinnern. Woran ich mich jedoch erinnern kann, ist, dass selbst der CFO, der mir gegenüber saß, mit jedem Bullet Point schläfrigere Augen bekam.

Dies änderte sich erst gegen Ende, und zwar schlagartig, als ich einige Business Cartoons präsentierte. Bereits beim Wort “Cartoon” erwachte der Blick des CFOs jäh zum Leben. Konzentriert betrachtete er die Cartoons – und schien plötzlich ein anderer Mensch zu werden. Mal platzte er bei einen Motiv mit lauten Gelächter heraus, mal lieferte er zu einem Motiv einen launigen Kommentar. Außerdem plauderte er fröhlich aus seinem Leben (“früher als Schüler selber Cartoons gezeichnet”).

Dieses Erlebnis ist kein Einzelfall.

Bei meiner Tätigkeit als “Business Cartoonistin” stelle ich immer wieder fest, dass in der Kommunikation vieler Unternehmen der Unterhaltungsaspekt viel zu kurz kommt. Das beginnt bei der internen Kommunikation in Form von monotonen Power Point Präsentationen und endet an Messeständen, deren Botschaften wenig dazu angetan sind, Begeisterung zu wecken.

Aber warum?
Aus Gesprächen höre ich heraus, dass es manchmal vage Ängste sind, die Unternehmen davon abhalten, etwas Neues auszuprobieren. Wie jedoch durch die Gehirnforschung inzwischen hinlänglich bekannt ist, merken wir Menschen uns Dinge leichter, wenn wir uns für sie begeistern können. Das bedeutet im Umkehrschluss nichts anderes als: Wenn ich will, dass meine MitarbeiterInnen oder KundInnen mir zuhören, sollte ich möglichst darauf schauen, dass ich meine Botschaften ansprechend verpacke.

Aus Erfahrung mit unterschiedlichen Unternehmen weiß ich: Nahezu jede Botschaft kann faszinieren. Sie muss nur entsprechend verpackt sein. Dabei Cartoons einzusetzen, ist eine Möglichkeit, die seit einigen Jahren – von USA ausgehend – stark im Trend liegt.

Vielleicht stehen Sie – wie viele meiner Kund_innen – vor der Herausforderung, dass Sie komplexe, abstrakte oder auch “heikle” Botschaften an den Mann oder die Frau bringen möchten. Das ist beispielsweise bei Unternehmen aus der IT, Technik oder Technologie oft der Fall, ebenso in der internen Mitarbeiterkommunikation, etwa bei Gesundheitsthemen oder im Rahmen von Change oder Diversity Projekten (um nur ein paar Bereiche zu nennen, in denen ich mit Business Cartoons bereits einige Erfahrungen habe).

Sie können sicher sein: Ihre MitarbeiterInnen ebenso wie Ihre Kund_innen werden Ihnen dankbar sein, wenn Sie Ihre Botschaften mit einem Augenzwinkern präsentieren. Wenn es in der Kommunikation öfter “menschelt”, lässt sich beispielsweise auch leichter eine gesunde Fehlerkultur entwickeln.

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Barbara Roth zeichnete schon in der Schule Cartoons. Die Idee, Business Cartoons für Unternehmen zu zeichnen, entstand während sie in Werbeagenturen arbeitete und ihre Cartoons ursprünglich für Präsentationen einsetzte. Inzwischen widmet sie sich mit großer Begeisterung der Aufgabe, Unternehmenskommunikation humorvoll auf den Punkt zu bringen. http://cartoonsbyroth.com/barbara-roth/

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